Eigentlich war ich wegen des Primavera Sound Festivals in Barcelona. Durch ein Unwetter wurde leider nicht viel draus, aus dem verlängerten Wochenende aber schon.
Als Kunstliebhaberin hat man in Barcelona drei unvermeidliche Begegnungen. Wer sich an ihnen entlangbewegt, braucht keinen Stadtplan, nur gutes Schuhwerk und Appetit.
I. Picasso und Born
Das Picasso Museum zeigt vor allem seine Jugendjahre in Barcelona, die Blaue Phase, die Roséperiode und am Ende die Las Meninas-Serie, in der er Velázquez im kubistischen Stil neu erfindet. Danach lohnt es sich einfach durch Born zu schlendern, einen der coolsten Stadtteile der Stadt. Bei Lady Dumpling schaut man am besten durchs Fenster, bevor man reingeht. Hier wird noch alles von Hand gemacht, die Dumplings entstehen direkt vor einem. Wer Sangria braucht, geht zu Mescladis del Pou. Draußen sitzen, mit Blick auf das Treiben im Born. Und wer nach einem langen Museumstag keine Lust mehr auf Entscheidungen hat, landet bei Buon Appetito. Pizza funktioniert auch in Barcelona.
II. Miró und das Salts
Die Fundació Joan Miró war mein persönliches Highlight. Das Gebäude von Josep Lluís Sert ist lichtdurchflutet, mit Innenhöfen und einer Dachterrasse mit Blick über ganz Barcelona. Die Rollläden waren an diesem Junitag halb unten, damit die Sonne die Kunst nicht überwältigt. Drinnen gabs Gemälde, Skulpturen und Keramiken. Mirós Universum ist für alle, auch für die, die eigentlich gar nicht so viel von Kunst halten.
Direkt um die Ecke liegt das Salts. Von außen völlig unscheinbar, von innen hat man das olympische Schwimmbecken und Barcelona zu Füßen und am besten ein kühles Gösser in der Hand. Die beste Aussicht der Stadt kostet hier nur einen Drink.
III. Gaudí überall
Das Casa Batlló erschliesst sich am besten mit Audioguide: Das Haus erklärt sich selbst, erzählt von seiner Architektur und von der Familie Batlló, die einmal darin lebte. Danach gehts zur Bar Muy Buenas für einen Drink und zum Mercat de la Boqueria. Der Appetit kommt beim Rumlaufen von allein.
Der Park Güell ist ein eigener Ausflug wert: ein langer Spaziergang durch einen Garten, der aussieht als hätte ihn jemand geträumt, der Natur und Architektur nicht voneinander trennt und ein Faible für das Geschwungene hat. Langsam gehen lohnt sich, die Zeit hat man im Urlaub ja.
Am Ende war das Unwetter vielleicht kein schlechter Reiseführer.

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