Musik

Neue Sounds, gute Stimmung und jede Menge Live-Erlebnisse: Hier geht’s um alles, was gut klingt.

Aus dem hole44

Sommer im Januar mit anaïs im hole44

Berlin, minus sechs Grad. Draußen zog der Winter durch Neukölln, mitten in der Stadt und alles andere als „am Arsch der Welt“ (2025). Bei diesen Temperaturen denkt man sich gern zurück in den „Juli“ (2025) oder „Nah am Meer (…)“ (2025).

Statt „Dior Sauvage“ (2025) lagen an diesem Abend jedoch Seifenblasen in der Luft, als anaïs am Freitagabend im Neuköllner hole44 auf die Bühne tritt. Ihre „Wünsch dir was“-Tour hat Halbzeit, und Berlin bekommt einen Abend geschenkt. Noch zwei Stopps bis zum Tour-Ende. Im Mittelpunkt stand, wie so oft, das Gefühl von Sommer, Leichtigkeit und Liebe. Kein Wunder, dass viele Pärchen da waren. Woher ich das weiß? Nun ja, es wurde sich geküsst, oder hat da jemand „fremdgeknutscht“ (2025)?

Das Publikum zeigte seine Liebe auch mit ausgeschnittenen Papierherzen beim Song „Fremdknutschen“ (2025) und alten Kinderfotos ihrer „kleinen Anaïs“ zu „Kommst du mich trösten“ (2025), arrangiert von ihrer Fan-Community.

Es gab Features mit Carlo5 und einem weiteren Künstler, der sich im Publikum versteckt hatte. „Désolée“ (2025), jetzt fällt mir sein Name nicht ein. Moment … ah, Dominik Hartz verrät anaïs’ Insta-Story. Den Song „Bisschen wach“ (2025) performen sie so nahbar wie möglich, mitten in der Crowd. anaïs ist also kein Indie-Popsternchen, das Distanz braucht, sondern ein „Wirbelwind“ (2025) voller Energie und ansteckender guter Laune, die ihr Publikum zum Tanzen, Lachen und Träumen einlädt.

Dieses Nähegefühl nahm sie auch mit in einen anderen Moment: Sie fragte das Publikum, welcher Song als Nächstes gespielt werden soll. So standen entweder „Ein Teil“ von Cro (ihr Fan-Girl-Song) oder „Alors on danse“ von Stromae zur Auswahl. anaïs hat ihre musikalischen Wurzeln zwar im Englischen, schreibt und singt aber seit fast einem Jahr hauptsächlich auf Deutsch. Ihr zweisprachiges Aufwachsen klingt in ihren Songs durch frankophile Zwischentöne mit. Am Ende wurden beide Songs gespielt. 

Als sie schließlich „Valentino“ (2025) anstimmt, mischen sich Sehnsucht und Vorfreude auf den nächsten Sommer. Aber jetzt ist erstmal „alles (…) gut, wie es grad ist“ (aus Valentino) und zumindest für etwa zwei Stunden der Winter vergessen.

Hinweis: Alle in Anführungszeichen gesetzten Wörter mit Jahresangabe beziehen sich auf Songtitel der Künstlerin anaïs.