Kunst

Aus dem Barberini

Zwischen Mythos und Magie: Das Einhorn in der Kunst

Ein pferdeähnliches Wesen mit Elefantenhufen, Löwenschweif und Anklängen an den Drachen verweigert sich jeder Eindeutigkeit. Vielleicht liegt genau darin seine anhaltende Faszination: Wenn dieses Fabelwesen möglich ist, was ist dann nicht möglich?

Im Museum Barberini in Potsdam lädt die neue Ausstellung „Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst“ zur Begegnung mit dem archetypischen indischen Nashorn ein.

Wie wäre das nur auf der Arche?

Der Ursprung des Einhorns liegt wahrscheinlich in antiken Berichten über wilde Tiere aus Indien, die von griechischen Gelehrten wie Ktesias beschrieben wurden.

Es ist Symbol für Reinheit und Freiheit, für Zuneigung und ungezähmte Kraft zugleich. Seit Jahrtausenden inspiriert dieses Fabelwesen Künstlerinnen und Künstler, Dichter und Träumer.

Mehr als 80 Leihgeber aus 16 Ländern haben Werke zusammengetragen, von frühen Darstellungen aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus bis zu zeitgenössischen Werken. 

Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Manuskripte, Tapisserien und kunstvolle Objekte zeigen das Einhorn als Projektionsfläche menschlicher Sehnsüchte und als Metapher für das Unerreichbare.

Einstellungssacge vor allem im Januar. Vielleicht lauft die Ausstellung deswegen über Silvester hinaus, als Einladung, das Einhorn aus neuer Perspektive zu betrachten. Es erinnert daran, dass auch im neuen Jahr das scheinbar Unmögliche möglich werden kann, wenn man daran glaubt. Ganz so, wie die Worte „In God We Trust“ auf dem Dollar oder das Einhorn im Wappen des Vereinigten Königreichs: Zeichen eines Vertrauens in etwas Größeres, Unsichtbares, Magisches.

Vielleicht liegt darin das Geheimnis seiner fortwährenden Anziehungskraft: Das Einhorn steht für den Glauben an das Gute und dafür, dass in einer rationalen Welt noch Platz bleibt für Wunder, man muss nur daran glauben. 

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