
Einmal alles, bitte, im Nomad in Mitte
Nomnomnom… Unweit vom Nordbahnhof serviert ein ehemaliger Sous-Chef aus der Sterneküche Bistro: Im Nomad landet moderne europäische Küche auf dem Teller und jeder Bissen schmeckt rund. Dank Josse Sion, vorher im 3-Sterne Rutz.
Das Thunfisch Crudo würde auch Fisch-Verweigerer bekehren. Der Bacalhau war so zart und fruchtig auf Zitrussoße und Haselnuss-Crunch obendrauf.
Meine Gedanken: „Gehört so, bitte ab jetzt immer!“ Die Büffel-Burrata schmiegt sich an Kürbis, Radicchio und Kaffeeöl. Ein cremiges Versprechen, das auch Kuhmilch-Boykottierer kurz vergessen lässt, woher Burrata eigentlich kommt. Spitzkohl klingt vielleicht nach öder Beilage, schmeckt im Nomad aber wie ein Hauptgewinn: Berglinsen, Spinat Soubise und Schnittlauchöl bilden ein Ensemble und keiner spielt die zweite Geige.
Und, klar, Platz ist danach keiner mehr. Trotzdem: Erdbeeren mit Marsala-Zabaione und direkt wieder Lust auf mehr.
Oder Karamellisiertes Brioche mit Mascarpone, Schokoladen-Ganache und Hon Mirin schmeckt wie Nachtisch im Sternerestaurant.
Das Eckrestaurant auf der Borsigstraße kann also was. Als Nomad würde ich dafür in Mitte glatt Wurzeln schlagen und spätestens nach dem Dessert beschließen: Sesshaftigkeit ist manchmal doch ganz große Küche.