Ein Reisebericht

Wer denkt, acht Tage in Paphos seien zu lang, hat wohl noch nie was von Workation gehört. Drei Tage saß ich in der Küche, mit Blick aufs Meer (Grund Nr. 1). Von so einem „Office“ arbeitet es sich gleich viel leichter, und nicht nur deshalb kann ich eine Woche in dieser Stadt nur wärmstens empfehlen. Und das wortwörtlich: Laut Wetter-App sind es hier nämlich ganze 16 Grad mehr als in Berlin. Grund Nr. 2 für Paphos.

Grund Nr. 3: Bis zum Meer dauert’s keine 15 Minuten. Zu Fuß! Und schwupps hat man das Wellenrauschen im Ohr, Meerluft in der Nase und funkelndes Wasser vor der Linse.

Skulptur an der Hafenpromenade

Um alle Sinne rundum zu wecken, fehlt noch der gute Geschmack: Zorbas ist nie weit (Grund Nr. 4). Die Bäckerei weiß, was man an ihr hat, und gewährt rund um die Uhr Einlass. Es gibt Tahini-Schnecken, Mandel-Hörnchen, allerlei Teigtaschen, süß oder herzhafter gefüllt. Genau wie mein Magen danach.

Natürlich ist auch die Altstadt ein Spaziergang wert (Grund Nr. 5). Wer genau hinschaut, findet hier und da Street Art and a sign: you are exactly where you need to be. Finde ich auch!

Ein Haus namens The Place bringt zypriotisches Handwerk zu seinen Besuchern. Ob künstlerisch oder kulinarisch.

Apropos Kulinarik: Auch der Hunger lockt in die Altstadt, wo Cafés und Restaurants zum Energietanken einladen. So z. B. das Soho.79 mit hervorragendem Sushi und sehr guten Drinks. Mit Fenchel oder selbstgemachter Feigenmarmelade. Immer ein bisschen funky im Glas. Oder Rum&Jam für Pizza, die gehypten Berliner SourDough-Pizzerien eindeutig Konkurrenz macht. Hier wird Glück in Bissen gezählt. Oder das Ethos (allein schon eine Reise wert) und definitiv Grund Nr. 6: Zur Vorspeise gab’s Brot mit Oliven, als Hauptgang den catch of the day aka Fisch auf einer Dill-Gurken-Soße, and what a catch it was! Dazu Baby-Potato’s mit Parmesan on top. Kööstlich! Oder Comfort-Food auf zypriotisch. Weinbegleitung: ganz klar 10/10, Glas für Glas ein kleines Jamas.

Köstlichkeiten aus dem Ethos
Drinks aus dem Soho.79

Danach ins Kinky gegangen. Party, Party, Party! Und der Barkeeper meinte es gut mit uns. Sagen wir es so: Hier wird nicht gegeizt, sondern gegossen. Schon ein paar Tage vorher, zum Start des Karnevals, feierte die Stadt. Auch hier floss die Großzügigkeit ins Glas. Kein Lied war uns bekannt, aber die Stimmung war ansteckend, auf die bestmögliche Weise. Zwischen Catwoman und Cowgirls tanzte es sich doppelt kultig.

Apropos Karneval: ein Grund mehr, im Februar nach Paphos zu kommen und damit Grund Nr. 7: Denn am 12. Februar haben die Zyprioten ihre Grills ausgepackt und auf der Straße ihre Fleischspieße gedreht. Denn auch hier wird Carne-val gefeiert. Über der Stadt lag ein Hauch Tradition, Rauch und Appetit aufs nächste Essen.

Nach so viel Trubel durfte es dann etwas ruhiger werden: Für Wellness also ins Minthis gefahren (Grund Nr. 8). Ein Resort, das zu einem Golfplatz gehört, etwas höher in den Bergen gelegen. Wenn die Luft diesig ist und der Himmel grau, entspannt es sich gleich doppelt gut. Zwei Saunen, zwei Dampfbäder und zwei Pools später ging’s erholt wie nie zurück nach Hause.

Ausblick im Minthis

Zu müde zum Kochen? Kein Problem und Grund Nr. 9: Wolt! Pita mit Halloumi und Pommes mit Tsatsiki und Knoblauch-Mayo von Gyromezes kann man sich auch hier ganz easy nach Hause liefern lassen. Ein Muss, auch ganz ohne -aka! 

Grund Nr. 10: Ein Spaziergang durch den Kato Paphos Archaeological Park, UNESCO‑Welterbe mit römischen Villen und kunstvollen Mosaiken. Da träumt man sich gern ins 4. Jahrhundert zurück.

Der Leuchtturm lässt nur erahnen, wie der Blick von oben über das Meer wäre, aber auch von unten sieht er beeindruckend aus.

Und so vergingen 8 Tage wie im Flug. Auf Platz 2F noch einmal das Meer von oben gesehen, und an die Meeresluft gedacht, ich spüre das Salz auf den Wangen. Bis es gen Himmel geht und sich die letzten Tage anfühlen wie auf Wolke 7.

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